Mein Outfit für den Alltagstest mit Frauenkleidung, die nicht auffällt.
Mit der Zeit fühlte sich die Frauenkleidung für mich immer natürlicher an. Sie ist einfach ein Teil meines Alltagstest geworden. Wenn ich ehrlich bin, ist sie optisch aber auch eher unspektakulär. Ich habe sie ganz bewusst so ausgewählt, denn genau das ist wahrscheinlich der springende Punkt. Ich fiel während meines Alltagstests nicht auf wie der sprichwörtlich bunter Hund
, sondern war ein ganz selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Ein Outfit, das ich zum Beispiel besonders oft und gerne getragen habe, bestand aus einem entweder schwarzen oder weißen Shirt mit Rundhalsausschnitt, das ich mit einer geraden Jeans in einem klassischen blauen Ton kombiniert habe. Dazu ein Paar schlichte Sneakers, meistens schwarz oder weiß. Mehr brauchte es eigentlich nicht. Keine auffälligen Details, keine besonderen Schnitte, das waren einfach zeitlose Basics, die im ganz normalen Alltag perfekt funktionieren und super bequem sind. Vor allem die leichte Baumwolle der Shirts fühlte sich auf der Haut schön glatt und weich an und knitterte kaum.
Schick und feminin und dennoch unauffällig
An kalten Tagen trug ich darüber eine schlicht geschnittene Jacke in Blau. Nicht hauteng, aber auch nicht sackförmig weit. Mit modischen Steppungen und einem geraden, lockeren Schnitt. Zwar brauchte ich beim Kauf eine Weile, um die optimale Passform finden, aber als ich beim Anprobieren die Arme hob und es im Schulterbereich nicht zwickte und kniff, wusste ich, dass ich die richtige Größe hatte. Meine karierten Hemdblusen habe ich ebenfalls häufig getragen. Schwarz-weiß oder rot-blau-weiß kariert, mal offen und leger über einem T-Shirt oder komplett zugeknöpft. Anfangs dachte ich, ich würde damit total auffallen. Aber das Gegenteil war der Fall. Die Hemdblusen fügten sich erstaunlich dezent in mein optisches Erscheinungsbild ein. Das Gleiche galt für ein weiteres Lieblingsstück: mein schwarzes Kapuzenshirt. Lässig und trendstark zugleich, harmonierte es sowohl mit dunkel- als auch mit hellblauen Jeans.
So habe ich mich meinen Outfits gefühlt
Am Anfang dachte ich ständig darüber nach, ob mein Outfit "zu weiblich" wirkt oder die Leute mich anstarren. Doch der Gedanke löste sich immer mehr in Luft auf. Ich war kein Fremdkörper und kein Außenseiter, und ich spürte, dass genau diese gezielt ausgesuchten Kombinationen dafür sorgten, dass niemand wirklich genauer hinsah. Das hat mich unglaublich befreit und regelrecht beflügelt. Die Jeans mit den gerade geschnittenen Beinen war dabei fast schon wie ein Ruhepol. Sie hat mir Sicherheit gegeben, weil sie sich nicht wesentlich von dem unterschied, was viele andere - sowohl Frauen als auch Männer - ebenfalls tragen. Genauso war es mit den Shirts und dem Kapuzenpulli. Im Nachhinein war das vielleicht die spannendste Erkenntnis: Je einfacher das Outfit, desto weniger Aufmerksamkeit habe ich bekommen. Das werde ich mir für die Zukunft merken.
Als würde mir eine zentnerschwere Last von den Schultern fallen
Mit der Zeit hörte ich auf, mein eigenes Outfit ständig zu überprüfen und zu hinterfragen. Ich erinnere mich an viele Situationen, in denen ich gar nicht mehr darüber nachgedacht habe, was ich im Alltagstest trage. Einkaufen, das Schlendern in der City, Begegnungen mit anderen Menschen: Meine Frauenkleidung war in jeder Situation ein authentischer und ganz natürlicher Teil von mir. Rückblickend weiß ich, dass gerade die gezielte Auswahl eines unaufdringlichen und cleanen Outfits meinen Alltagstest so entspannt gemacht hat. Ich genoss in meiner Frauenkleidung, die nicht auffällt, die pure Normalität.
Mein Rat an jeden Mann, der gerne Kleidung für Frauen trägt
Ein schlichtes und gleichzeitig feminines Outfit kann zu einem echten Selbstläufer werden. Und zu den Must-haves gehören in jedem Fall schnörkellose Jeans, minimalistische Oberteile und alltagstaugliche Sneakers.